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Freitag, 16. Januar 2015

Sammlung der Hadithe von Al-Buhari






Die Sammlung der Hadithe
Broschiert – von Dieter Ferchl (Herausgeber, Übersetzer), Al-Buhari (Autor)

Hadithe sind die "Sprüche und Taten des Propheten", die als Vorbild dienen und nahezu Gesetzescharakter haben. Die Scharia stützt sich denn auch in erster Linie auf die Hadithe und nicht auf den Koran. Es gibt sechs kanonisierte Sammlungen, und dies ist die wichtigste davon.

Besonders für Nichtmuslime, die sich neben dem Koran weiter mit den islamischen Glaubensgrundlagen beschäftigen möchten, bietet dieses Buch einen guten Einstieg.

Im Hadith bildete sich die zweitwichtigste Grundlage der Lebensordnung der Muslime, wie sich auch das menschliche Leben in seiner ganzen Breite und Vielschichtigkeit, in der Moschee und auf dem Bazar, auf dem Feld und in der Wüste, im Wohn- und Schlafzimmer, vor Gericht und in der Freizeit spiegelt. Zudem bereichern wissenschaftliche Erkenntnisse, Erinnerungen, Anekdoten und arabische Spruchweisheiten al-Buharis hochberühmte Hadithsammlung.

Sahīh al-Buchārī ist der geläufige Name einer Sammlung von Hadithen, die auf den transoxanischen Gelehrten Muḥammad ibn Ismāʿīl al-Buchārī (gest. 870) zurückgeht. Der korrekte Werktitel ist al-Dschāmiʿ as-sahīh ‚"Das umfassende Gesunde"‘. 

Das Werk steht an erster Stelle der kanonischen sechs Hadith-Sammlungen und genießt bis heute im sunnitischen Islam höchste Wertschätzung. Hinsichtlich seiner Autorität und Heiligkeit steht es hier direkt hinter dem Koran.

Al-Buchārī soll an seinem Ṣaḥīḥ sechzehn Jahre gearbeitet haben. Angeblich suchte er aus 600.000 Hadithen rund 2.800 – ohne Wiederholungen im Werk – nach den strengsten Kriterien der Traditionskritik aus, um sie als „Sahīh“ in seine Sammlung aufzunehmen.

Während das Buch bei Bucharis Zeitgenossen kein besonderes Ansehen unter den Hadith-Sammlungen genoss, wurde bald darauf im islamischen Osten sein überragender Rang anerkannt, und im 10. Jahrhundert wurde es zusammen mit dem gleichnamigen Werk von Muslim ibn al-Haddschadsch an die Spitze der sunnitischen Überlieferungen gestellt. Die Hadith-Sammlung verbreitete sich durch die von den unmittelbaren Schülern al-Buchārīs hergestellten Abschriften rasch. 







Kommentare

Al-Buchārīs Ṣaḥīḥ ist sehr häufig kommentiert worden. Zu den bekanntesten Kommentaren gehören:Iʿlām as-sunan fī šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Abū Sulaimān al-Chattābī (gest. 998)al-Kawākib ad-darārī fī šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Muḥammad Ibn-Yūsuf al-Kirmānī (gest. 1384)Fatḥ al-bārī bi-scharḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Ibn Hadschar al-ʿAsqalānī (gest. 1449)ʿUmdat al-qāri šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Badr ad-Dīn Maḥmūd Ibn Aḥmad al-ʿAinī (gest. 1451)Iršād as-sārī ilā šarḥ Ṣaḥīḥ al-Buḫārī von Aḥmad Ibn Muḥammad al-Qasṭallānī (gest. 1517)


Studien

Johann Fück: Beiträge zur Überlieferungsgeschichte von Buḫārī's Traditionssammlung. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 92 (1938) 60–87.Ignaz Goldziher: Muhammedanische Studien. Bd. II, Halle 1890, S. 234ff, ISBN 3-487-12606-0.Rüdiger Lohlker: Der Ṣaḥīḥ von al-Buḫārī in Maghreb. Einige Bemerkungen zur Bedeutung der iǧāzāt. In: C. Gilliot und T. Nagel (Hrsg):Das Prophetenḥadīṯ. Dimensionen einer islamischen Literaturgattung. Nachrichten der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. I.Philologisch-historische Klasse. Jahrgang 2005. S. 1-63. Göttingen 2005Alphonse Mingana: An Important Manuscript of the Traditions of Bukhāri. With nine facsimile reproductions. Cambridge 1936.Vardit Tokatly: "The Aʿlam al-ḥadīth of al-Khaṭṭābī: A Commentary on al-Bukhārī’s Ṣaḥīḥ or a Polemical Treatise?" in Studia Islamica 92 (2001) 53-91.




Dienstag, 13. Januar 2015

Im Garten Isfahan





Im Garten Isfahan
Islamische Architektur vom 16. bis 18. Jahrhundert (Englisch)
Gebundene Ausgabe – von Werner Blaser  (Autor)

Mit der Eroberung durch die persische Fürstendynastie der Safawiden im Jahr 1502 begann die Blütezeit der heute iranischen Stadt Isfahan. 

Mit ihr entstand eine ganz eigene Architektur, die nach wie vor erhalten ist. Sie ist vor allem geprägt durch zweistöckige Backsteinbauten in massiver Bauweise, aufgelöst in Bogennischen. Diese fungieren im Erdgeschoss als Eingang, im Obergeschoss als Terrassen. 

Beispielhafte Bauten wie die Medresse Sultan (islamische Hochschule) und die sich daran anschließende Abassi Karawanserei (heute als Hotel genutzt) zeichnen sich bis auf ihre Stalaktitenverzierung durch schnörkellose Eleganz aus. Im Garten Isfahan präsentiert Meisterwerke persischer Architektur und Gartenbaukunst des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die eindrücklichen Fotos von Werner Blaser zeigen paradiesische Gartenlandschaften und faszinierende Bauten in Isfahan – der Stadt, deren Name nicht zu Unrecht mit «Perle des Ostens» übersetzt wird.












Isfahan, alternative Schreibung: Esfahan) ist die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Esfahan im Iran mit etwa 1.755.000, inklusive des Umlands 2.071.000 Einwohnern (Stand: 2007).

Die Stadt liegt im Zentraliran, rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran auf einer Seehöhe von 1500 Metern in einer Flussoase im fruchtbaren Tal des Flusses Zayandeh Rud am Rande des Zagrosgebirges.

Im Süden und Westen der Stadt erheben sich die Bachtiari-Berge, und im Norden und Osten erstreckt sich die iranische Hochebene, die in die großen Wüsten übergeht.
Esfahan nesf-e dschahan – Isfahan ist die Hälfte der Welt, sagt ein persisches Sprichwort.
Seine Glanzzeit erlebte Isfahan unter der Dynastie der Safawiden, die Isfahan 1598 zu ihrer Hauptstadt machten und durch zahlreiche Prachtbauten und Gartenanlagen verschönten.
Die Safawiden waren eine aus Ardebil stammende Fürstendynastie in Persien, die von 1501–1722 regierte und den schiitischen Islam als Staatsreligion etablierte.





Mittwoch, 7. Januar 2015

Alfarabi - Denker zwischen Orient und Okzident






Alfarabi - Denker zwischen Orient und Okzident:
Eine Einführung in seine politische Philosophie

Broschiert – von Norbert Campagna  (Autor)
Der Philosoph Alfarabi (um 870 – 950 n. Chr.) wirkte in der Blütezeit der islamischen Philosophie im 9. und 10. Jahrhundert.

Seine politische Philosophie war bestimmt von der Frage: Soll die Philosophie oder die Religion, die natürliche Vernunft oder die übernatürliche Offenbarung leitend bei der öffentlichen Organisation des Staates und der privaten Organisation des individuellen Lebens wirken?
Der griechischen Tradition verpflichtet setzte er zum philosophischen Brückenschlag zwischen Orient und Okzident an mit nachhaltigen Wirkungen auch in der abendländischen Philosophiegeschichte.

Alfarabi scheute nicht den Gegensatz zu konservativen Tendenzen der damaligen muslimischen Theologie, wenn er in politischen Fragen den Vorrang der Philosophie vor der Religion behauptete.
Letztere bringt ihm zufolge die Wahrheit immer nur in einer partikularen Form zum Ausdruck, die dem jeweiligen Volk, an das sie sich wendet, angepasst ist. Demgegenüber stellt die Philosophie die Wahrheit in ihrer universellen Form dar. Unter anderem ist es diese These des Vorrangs des Universellen vor dem Partikularen, wobei Letzteres nicht einfach ignoriert wird, die Alfarabi auch für die heutige Epoche interessant und wichtig macht.





Er beschäftigte sich mit Logik, Ethik, Politik, Mathematik, Philosophie und Musik. Er kannte unter anderen philosophische Werke vonAristoteles (nebst einigen wichtigen Kommentaren) und Platon, die ihm bereits in persischer oder arabischer Übersetzung vorlagen, und trieb auch die Übersetzung weiterer Texte voran.
Er war der Ansicht, dass die Philosophie nunmehr in der islamischen Welt ihre neue Heimat gefunden habe. Philosophische Wahrheiten hielt er für universell gültig und betrachtete die Philosophen als Propheten, die zu ihren Erkenntnissen mittels göttlicher Inspiration (arab. waḥy) gelangt seien.
Sein Kitāb al-Mūsīqā al-kabīr (Großes Buch der Musik) gilt als umfassendste Schrift der islamischen Musiktheorie und Musiksystematik. In seinen Schriften zur Musik verband er seine detaillierten Kenntnisse als ausübender Musiker und seine sachliche Präzision als Naturwissenschaftler mit der Logik der Philosophie.

Zu von ihm beschriebenen Musikinstrumenten gehören unter anderem das zitherähnliche Saiteninstrument šāh-rūd und die Langhalslaute ṭunbūr al-baghdādī.