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Mittwoch, 4. September 2013

Zwischen Steppe und Garten






Zwischen Steppe und Garten

Türkische Literatur aus tausend Jahren [Taschenbuch]


Wolfgang Günter Lerch, Jahrgang 1946, studierte Germanistik, Philosophie und Islamkunde. Er unternahm zahlreiche Reisen in den Orient und begleitete archäologische Explorationen, vor allem in die Türkei und Syrien. 
Seit 1978 ist er als Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für den Bereich Nordafrika und Naher Osten zuständig. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zum Thema Islam.


Zwischen der Steppe einerseits und dem Garten andererseits, das heißt zwischen Kargheit und Fülle, Ödnis und üppigem Reichtum haben sich seit alters her Geschichte und Kulturgeschichte der Türken ereignet. 

Im Jahre 2006 erhielt der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk aus Istanbul den Nobelpreis für Literatur. Er war der erste Türke, dem diese Ehre zuteil wurde. Der Blick ist frei geworden für die Erzählweise und Dichtung eines Landes, das bisher weitgehend im Abseits stand.
Die repräsentative Auswahl und Blütenlese der Anfänge und Reifung türkischer Literatur mit ihrem kulturgeschichtlichen Hintergrund bilden einen Einstieg in den Kosmos der türkischen Sprachen und Literaturen und sind die Ergänzung und Erweiterung des Titels »Die Laute Osmans. 
Türkische Literatur im 20. Jahrhundert« von Wolfgang Günter Lerch.












































Dienstag, 3. September 2013

Abdülhak Hâmid, Tarhan



Abdülhak Hâmid 

1852 - 1937



Abdülhak Hâmid, den Namen Tarhan führte er erst seit der Einführung der Familiennamen in der Türkei, stammte aus einer angesehenen Familie von Religionsgelehrten und Medizinern.
Abdülhak Hâmids Vater Hayrullah Efendi war ebenfalls Mediziner und Politiker, ist heute aber vor allem als Historiker bekannt. Seine Mutter Müntehâ Nasib Hanım stammte aus dem Kaukasus und war als Sklavin nach Istanbul gelangt.

Nach dem Tod seines Vaters arbeitete Abdülhak Hâmid einige Jahre lang bei verschiedenen Regierungsbehörden und lernte dort den Publizisten und Autor Ebüzziya Tevfik kennen, der ihn in Kontakt mit weiteren Schriftstellern wie Namık Kemal brachte.


Abdülhak Hamid ist der Schöpfer der modernen türkischen Poesie, der mit großräumigen Gedichten westliche Rhythmen in die Türkei einführte.

In Istanbul geboren, im diplomatischen Dienst in Paris, London, Den Haag und Brüssel; hier durch die Kunst des Westens berührt.
Seine vier schönsten Hymnen sind verdeutscht durch A. Fischer.

Die Hymnen zeichnen sich aus durch Größe der Weltumfassung, vielstrophig strömend, und volkstümlichen Kehrreim, in dem sich jede Strophe fängt.
Eine im Abendland selten gewordene Schöpfungsliebe, die im Einfachsten das Größte erfährt:
"Was ist die Allmacht für ein Dichter! Auch die Werke, die sie hinstreut, dichten! Aue, Meer, Bergland und Frühlingsmorgen: Ein Dichter muß werden, wer hier geboren ist."

Abdülhak Hamid ist auch als Dramatiker hervorgetreten (Geister), mit Stoffen aus der heroischen Vergangenheit des Islam.


Seine Werke:

   Gedichte 
  • Sahra (Das offene Land, 1879)
  • Makber (Das Grab, 1885)
  • Ölü (Der Tote, 1885)
  • Hacle (Das Brautgemach, 1886)
  • Bunlar Odur (Das sind sie, 1885)
  • Divaneliklerim Yahut Belde (Meine Torheiten oder die Stadt, 1885)
  • Bir Sefirenin Hasbihali (Herzenserguss eines liederlichen Mädchens, 1886)
  • Bala’dan Bir Ses (1912)
  • Validem (1913)
  • İlham-ı Vatan (1916)
  • Tayflar Geçidi (1917)
  • Ruhlar (1922)
  • Garam (1923).
    Theaterstücke
  • Macera-yı Aşk (1873)
  • Sabr-u Sebat (1875)
  • İçli Kız (1875)
  • Duhter-i Hindu (1876)
  • Nazife (1876)
  • Nesteren (Die Narzisse, 1878)
  • Tarık Yahut Endülüs’ün Fethi (Tarik oder die Eroberung Andalusiens, 1879)
  • Tezer Yahut Abdurrahman-ı Salis (1880)
  • Eşber (1880)
  • Zeynep (1908)
  • İlhan (1913)
  • Liberte (1913)
  • Finten (1916)
  • İbn-i Musa Yahut Zadülcemal (1917)
  • Sardanapal (1917)
  • Abdüllahi’s Sağir (1917)
  • Yadigar-ı Harb (1917)
  • Hakan (1935)
  • Cünun-ı Aşk (1917)
  • Kanuni’nin Vicdan Azabı (1937)



Als sein bedeutendster Gedichtzyklus gilt Makber, das Grab.

Die Werke, welche nach 1885 entstanden, wurden nur zum Teil zu Lebzeiten des Autors publiziert, die nachfolgende Generation der jungtürkischen Reformer empfand seine Themen und Stilmittel als wegweisend für das 20. Jahrhundert.


Quellen:
- Enzyklopädie des Islam
- Hermann Pongs Lexikon der Weltliteratur
- Harenbergs Lexikon der Weltliteratur
- Wikipedia