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Donnerstag, 13. Oktober 2016

Die Manuskripte von Timbuktu // The Manuscripts of Timbuktu





























HINTERGRUND

2012 haben jihadistische Gruppen die Macht in Nordmali übernommen. Auch in Timbuktu herrschte Terror. Wer konnte, floh in benachbarte Länder oder in den Süden Malis, so wie der Bibliothekar Abdelkader Haidara. Dem Leiter der „Mamma Haidara“-Bibliothek und zahlreichen Helfer_innen gelang es, knapp 300.000 Manuskripte aus Timbuktu zu schmuggeln. Verpackt in Blechkisten, wurden sie mit Booten, Lastwagen und Autos nach Bamako, der rund 1.000 Kilometer entfernten Hauptstadt Malis, transportiert. Islamisten hätten diese wertvollen Dokumente, wie zahlreiche antike Grabstätten, wahrscheinlich zerstört.

Die Stadt Timbuktu war im Mittelalter ein geistiges Zentrum der islamischen Wissenschaft und Kultur. Bereits im 12. Jahrhundert war Timbuktu an der nördlichen Biegung des Flusses Niger eine wichtige Handelsstadt. Ab dem fünfzehnten Jahrhundert wurde Timbuktu auch intellektuelles Zentrum der islamischen Kultur und Wissenschaft. Gelehrt_innen aus anderen Regionen zogen in die Wüstenstadt und brachten ihre eigenen Bibliotheken mit.

Die historischen Handschriften sind von unermesslichem Wert und gehören seit 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie beinhalten neben Koran-Auslegungen Texte über Staatsführung und Menschenrechte, über Astronomie, Medizin und Umwelt, Familienrecht, Wissenschaft und Kunst. In Bamako soll ein Archivgebäude entstehen, um die Manuskripte fachgerecht unterzubringen, zu katalogisieren und zu digitalisieren. Doch viele müssen zunächst restauriert werden. Mit der Digitalisierung wollen die Initiator_innen die historischen Dokumente auch der internationalen Forschungsgemeinschaft zugänglich machen. Unterstützt wird diese Arbeit vom deutschen Auswärtigen Amt, der Universität Hamburg und der Gerda Henkel Stiftung.

PODIUM

Eröffnung:
Toumani Djimé Diallo: Botschafter Malis in Berlin
Ramatoulaye Diallo: Kulturministerin, Mali

Diskussion:
Abdel Kader Haïdara: Direktor der Bibliothek ‚Mamma Haidara‘, Timbuktu

Dmitry Bondarev: Professor, Institut für Studien von Manuskriptkulturen, Universität Hamburg

Eva Brozowsky: Diplomrestauratorin, Projekt zur Rettung der Manuskripte von Timbuktu, Hamburg/Bamako

Moderation: Eva Nowotny, Präsidentin der Österreichischen Unesco-Kommission, Wien
Begrüßung: Irène Hochauer-Kpoda, VIDC

Anschließend: Besichtigung der Manuskripte und Empfang

Sprachen: Französisch und Deutsch mit Simultandolmetschung

Anmeldung: schmidjell@vidc.org

Weitere Informationen zur Veranstaltung:
http://www.vidc.org/themen/global-dialogue/2016/die-manuskripte-von-timbuktu/



Samstag, 23. Juli 2016

Sich dem unangenehmen Thema stellen




Ein Gespräch mit dem Theologen Abdel-Hakim Ourghi über Islam und Terrorismus :
„Sich dem unangenehmen Thema stellen“

https://www.herder-korrespondenz.de/heftarchiv/69-jahrgang-2015/heft-3-2015/ein-gespraech-mit-dem-theologen-abdel-hakim-ourghi-ueber-islam-und-terrorismus-sich-dem-unangenehmen-thema-stellen


Durch die Terroranschläge von Paris ist die Debatte über das Thema Religion und Gewalt, besonders mit Blick auf den Islam zusätzlich angeheizt worden. Wie können der Islam, die muslimischen Verbände und die islamische Theologie dem offensichtlichen Gewaltpotenzial dieser Religion besser begegnen? Darüber sprachen wir mit dem muslimischen Theologen Abdel-Hakim Ourghi, der den Fachbereich Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg leitet. Die Fragen stellte Stefan Orth.



Abdel-Hakim Ourghi

Abdel-Hakim Ourghi (geb. 1968) ist Leiter des Fachbereichs Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.
1991 Lizenziat in Philosophie an der Senia-Universität Oran, Algerien.
2006 Promotion in Islamwissenschaft, Universität Freiburg.
Dissertation: Die Reformbewegung in der neuzeitlichen Ibāḍīya: Leben, Werk und Wirken von Muḥammad b. Yūsuf Atfaiyaš. 1236-1332 h.q. (1821-1914), Würzburg 2008.



siehe weiters auf:
https://www.herder-korrespondenz.de/heftarchiv/69-jahrgang-2015/heft-3-2015/ein-gespraech-mit-dem-theologen-abdel-hakim-ourghi-ueber-islam-und-terrorismus-sich-dem-unangenehmen-thema-stellen

Quelle:

Herder Korrespondenz 69. Jahrgang (2015), Heft 3, S. 124-129


Montag, 22. Februar 2016

Können Ägypten und Äthiopien sich den Nil teilen?























Öl ist das Glanzprodukt des Nahen Ostens, das die gesamte Welt sucht und das den Reichtum der Region jenseits aller habgierigen Träume bringt. Aber Wasser ist die profane Ressource, die für die Menschen dort eine noch größere Rolle spielt; ohne Wasser stehen sie vor der furchtbaren Wahl ihre Heime zu verlassen oder darin umzukommen.

Diese Wahl mag übertrieben erscheinen, aber die Bedrohung ist real. Ägypten sticht heraus; es hat die größte gefährdete Bevölkerung und ist, anders als der Irak und der Jemen, das Land mit den größten existenziellen hydrologischen Problem.

siehe unter:
Können Ägypten und Äthiopien sich den Nil teilen? :: Daniel Pipes



weitere Infos:


von Daniel Pipes

Englischer Originaltext: The Middle East Runs out of Water

Übersetzung: H. Eiteneier

Der ranghohe iranische Politiker Issa Kalantari warnte vor kurzem, dass Fehler der Vergangenheit die Wasservorräte des Irans so unzureichend gemacht hat, dass bis zu 70 Prozent oder 55 Millionen der 78 Millionen Iraner gezwungen sein werden ihre Heimat zu verlassen und in unbekannte Gebiete zu ziehen.

http://de.danielpipes.org/15836/naher-osten-wasser

Mittwoch, 17. Februar 2016

Ein Überblick: Islamische Kultur und Geschichte






Islamische Kultur und Geschichte 
Ein Überblick
Peter Ortag


Fast täglich tauchen Schlagworte wie Islam oder Islamismus in den Nachrichten auf. Meist unter negativen Vorzeichen, denn in den dazugehörigen Meldungen geht es fast immer um Terror, Anschläge, Krieg, Ausschreitungen, Rückständigkeit oder Menschenrechtsverletzungen. 

Die Trennung dieser politischen Themen von religiösen Hintergründen fällt umso schwerer, da der Islam nicht zwischen weltlichen und religiösen Dingen unterscheidet. Für den Außenstehenden ist es deshalb schwer, ein differenziertes und objektives Bild vom Islam zu gewinnen.


Der Islam ist die jüngste der drei monotheistischen Weltreligion. Doch im Gegensatz zum modernen Christentum und der jüdischen Religion fordert der Islam bis heute nicht nur die geistige, sondern auch die weltliche Unterordnung.
Schon in dieser Zeit und in dieser Welt soll das Reich Gottes erschaffen werden, sollen möglichst viele Völker im „Dar al-Islam“, dem „Land des Islam“, leben. Die anderen Menschen freilich verharren noch unbefreit im „Dar al-harb“, dem „Land des Krieges“. 


Mohammed, Prophet und Stifter des Islam, trat in der tiefen Überzeugung auf, die Menschheit endlich auf den rechten Weg zu führen. Er wollte das Werk, das vor ihm Abraham, Mose und Jesus begonnen hatten, erfolgreich zu Ende bringen.


Es ist Zeit, mehr zu erfahren über diese Religion – jenseits von mehr oder weniger begründeten Ängsten, aber auch von verklärender Orient- und Multikulti-Romantik.

Die Entwicklung dieses Glaubens ist eingebettet in eine sich stark verzweigende Historie. Auf diese wird in gebotener Knappheit hingewiesen, vor allem, um aktuelle Ereignisse transparenter zu machen.
Ziel ist es, durch Wissen mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Islam zu erreichen. Und neuen Mut zu machen, vorurteilsfrei und offen mit den Trägern dieser Religion umzugehen.

Peter Ortag
 


siehe weiters auch auf
http://www.politische-bildung-brandenburg.de/sites/default/files/downloads/islamische_kultur.pdf

Donnerstag, 11. Februar 2016

Eine Reise durch das alte Syrien





Das Raunen und Tuscheln der Wüste:
Eine Reise durch das alte Syrien

Gebundene Ausgabe – von Susanne Gretter (Herausgeber), Gertrude Bell (Autor), Ebba D. Drolshagen (Übersetzer)
Gertrude Bell, geboren 1868 in Washington bei Newcastle, war Historikerin, Archäologin, Sprachwissenschaftlerin, Übersetzerin, Politikerin und Spionin – und eine großartige Schriftstellerin. Als Tochter des Stahlmagnaten und liberalen Politikers Thomas Hugh Bell in eine der reichsten britischen Familien geboren, schloss sie 19-jährig in Oxford ihr Studium der Neueren Geschichte ab: mit Bravour, aber ohne Titel – der stand in England bis 1920 Frauen nicht zu. 

Sie lernte Arabisch, Persisch und Türkisch und begann ab 1892 den Orient zu bereisen. Von 1915 bis 1925 hatte die „Königin der Wüste“ als Beraterin von Winston Churchill eine Schlüsselrolle in der Neuordnung des gesamten Nahen Ostens inne. Über ihre Reisen nach Persien, Syrien, Ira und Palästina schrieb sie zahlreiche und sehr erfolgreiche Bücher. Sie starb mit 58 Jahren in Bagdad.

Susanne Gretter studierte Anglistik, Romanistik und Politische
Wissenschaft in Tübingen und Berlin. Sie lebt und arbeitet als Verlagslektorin in Berlin. 

Ebba D. Drolshagen hat in Frankfurt/Main, Chicago und Oslo studiert und seither zahlreiche Romane und Sachbücher aus dem Englischen und Norwegischen u_bersetzt. Daneben ist sie Autorin mehrerer Sachbücher, darunter „Wie man sich allein auf See einen Zahn zieht“ (Corso 2015) und „Gebrauchsanweisung für Norwegen“ (Piper 2014).


Als Gertrude Bell im Januar 1905 zu einer ihrer Reisen in den Nahen Osten aufbrach, wollte sie dort vor allem byzantinische und römische Ruinen studieren. Wie sich später herausstellen sollte, traf sie damit die Vorbereitungen für ihre spätere Mission als Beraterin der englischen Regierung, bei der es um die Neuaufteilung des Nahen Ostens ging. Mit ihrer Karawane und einigen wenigen einheimischen Bediensteten drang sie in den Wüsten und Bergen Syriens, Palästinas und des Libanon in Gebiete vor, die vor ihr noch kaum ein Europäer, geschweige denn eine Frau betreten hatte. 


Selbstbewusst suchte sie den Kontakt zu Scheichs und Stammesführern, unter deren Schutz es ihr gelang, zwischen den rivalisierenden Stämmen hin und her zu reisen. Sie lauschte den Geschichten von Scharfhirten, saß mit Soldaten am Lagerfeuer, in den schwarzen Zelten der Beduinen und den Besuchszimmern der Drusen. 
Sie überschritt geographische und soziale Grenzen, setzte Konventionen außer Kraft, denn „die englischen Frauen sind sonderbar. Auf der einen Seite sind sie vermutlich die größten Sklavinnen der Konventionalität. Wenn sie aber einmal damit gebrochen haben, dann richtig, als wollten sie sich rächen.“
 – So stand es 1907 in einer Rezension dieses Buches in der New York Times.






Gertrude Margaret Lowthian Bell 
(* 14. Juli 1868 in Washington Hall, County Durham; † 12. Juli 1926 in Bagdad) war eine britische Forschungsreisende, Historikerin, Schriftstellerin, Archäologin, Alpinistin, politische Beraterin und Angehörige des Secret Intelligence Service im Ersten Weltkrieg.
Aufgrund ihrer auf einer Reihe von Reisen gewonnenen Kenntnisse des Nahen Ostens spielte sie ebenso wie der als Lawrence von Arabien bekannt gewordene Thomas Edward Lawrence während des Ersten Weltkriegs und danach eine große Rolle in der politischen Neuordnung dieser Region.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrude_Bell




Mittwoch, 10. Februar 2016

Interessante Stellungsnahme zum Wahhabismus


Die meisten Anhänger des Wahhabismus täuschen vor, dass sie Sunniten sind und das gleiche wie diese glauben.

Aber die Sekte der Wahhabiten vertritt Ansichten, die dem Glauben der Sunniten widersprechen. Die sunnitischen Gelehrten haben, seitdem diese abwegige Sekte gegründet wurde, Bücher gegen deren Ansichten geschrieben.
Der erste Kritiker der abweichlerischen Neuerungen von Mohammad Ibn Abd al Wahhab (1703 – 1792) , dem Begründer des Wahhabismus, ist sein eigener Bruder Scheich Solaiman Abd al Wahhab gewesen.


Zwischen den beiden Brüdern wurde ein Gespräch geführt. Und zwar fragte Solaiman seinen Bruder Mohammad : „Mohammad“ Wieviel Säulen hat der Islam?“ Der antwortete : Fünf „

Solaiman sagte: Du hast aber gesagt, dass der Islam 6 Säulen hätte. Die sechste Säule, die du hinzugefügt hast lautet: Jeder, der dir nicht folgt ist kein Muslim. Dieses Prinzip ist nach deiner Ansicht die sechste Säule des Islams!“

Wir sehen an diesem Gespräch zwischen den beiden Brüdern, dass

der wichtigste und fanatischste Aspekt an der Meinung von Mohammad Ibn Abd al Wahhab in seiner Behauptung besteht, dass jeder der ihm nicht folgt, kein Muslim ist.

Diese falsche Ansicht hat den Muslimen die größten Schäden bereitet und die engstirnigen Wahhabiten haben aufgrund dieser falschen Anschauung schon zahllose Muslime gewaltsam angegriffen und umgebracht. Sowohl Sunniten als auch Schiiten wurden ihre Opfer.

(Sandokan)


Siehe den kompletten Artikel unter:
https://plus.google.com/u/0/106704940069455974344/posts/Ef8J3gbTmXK?cfem=1

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Literatur von und über 
Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb  im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=119152169



Erklärung der Kalimah des Tauhid
(Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive) (PDF; 139 kB)
https://web.archive.org/web/20070928190825/http://www.al-islaam.de/pdf/erklaerung_kalimah.pdf




Montag, 1. Februar 2016

Die Dynastie der Safawiden






Die Dynastie der Safawiden und die Verstaatlichung der Zwölferschia im persischen Reich
Taschenbuch – von Marcel Jökale  (Autor)


Die Safawiden (persisch Ṣafawīyānaserbaidschanisch: Səfəvilər) waren eine aus Ardabil stammende Fürstendynastie in Persien, die von 1501–1722 regierte und den schiitischen Islam als Staatsreligion etablierte.

Die Epoche der Safawiden hatte fundamentale Folgen für das heutige islamische Staatswesen. Unter Ismail I. gelang nicht nur ein Zusammenschluss mehrheitlich iranisch bevölkerter Gebiete und Landstriche, sondern es wurde auch der Keim zu einem persischen „Nationalbewusstsein“ gelegt und damit die Grundlage für den heutigen iranischen Staat geschaffen.
Die Safawiden bekehrten große Bevölkerungsteile mit Gewalt zu einem gemäßigten Schiismus, der sich von den in den Nachbarstaaten herrschenden Sunniten abgrenzte.

Die Safawiden standen in einem fortwährenden Konflikt mit dem Osmanischen Reich im Westen. Im Nordosten bestanden Konflikte mit den Usbeken der Dschaniden-Dynastie. Intensive Streitigkeiten wurden zeitgleich im Osten um das heutige Afghanistan ausgefochten. Widersacher waren hier die einflussreichen indischen Großmoguln. Die Auseinandersetzungen erforderten zunehmend eine artikulierte innere Stärke des persischen Bewusstseins.